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Der Auenlandkalender
Tolkien hat eine Fülle von Details zum Auenlandkalender im Anhang D des Herrn der Ringe festgehalten, darüber hinaus findet man so einiges in der HoME, dort etwas ausführlicher, und ich werde mal versuchen, das wichtigste zusammenzufassen.
Als die Hobbits noch ein Wandervolk waren, hatten sie keine Woche, und die Monate richteten sich mehr oder weniger nach dem Mond. Zeitangaben und Datumsberechnungen waren dementsprechend vage und ungenau. Erst nachdem sie sesshaft wurden, hat insbesondere das Hobbitvolk aus dem Auenland sich ausführlicher damit befasst und Tabellen, einen Kalender aufgestellt. Die Woche beginnt seither im Auenland
mit dem Samstag und endet mit dem Freitag. Natürlich heißt z. B. der Freitag auch nicht Freitag. Die Namen der Wochentage haben die Hobbits von den Dúnedain, die sie wiederum von den Elben hatten. Die Namen hatten alle eine Bedeutung, die die Hobbits aber längst vergessen hatten (sie waren der Reihe nach gewidmet: den Sternen, der Sonne, dem Mond, dem Weißen Baum, dem Himmel, dem Meer, den Valar). Die Tage hießen bei den Hobbits zur Zeit des Ringkrieges (die Namen hatten sich im Lauf der Zeit verändert und stark vereinfacht):
Ich habe in Klammern den entsprechenden Wochentag unseres eigenen Kalenders hinzugefügt, aber ihr solltet bedenken, dass das keine Übersetzung ist! Die Bedeutung unserer Wochentagnamen ist teilweise eine andere!
Die Monate sind alle gleich lang und haben 30 Tage. Es gibt jedoch auch Tage, die zu keinem Monat gehören, und diese liegen genau in der Mitte des Jahres, also zwischen dem letzten Junitag und dem ersten Julitag. Das sind die drei Sommertage, Lithe oder Lithetage genannt (in Bree: die "Sommertage"; die Hobbits aus Bree verwendeten zum Teil auch andere Monatsnamen). Auch der erste und letzte Jahrestag gehören zu keinem Monat, diese beiden Tage nennt man Jultage. Im Gegensatz zu unserem Kalender ist also der 1. Januar nicht der erste Tag des Jahres, sondern schon der zweite, denn davor liegt ja schon ein Jultag. Wenn man nun die Jahrestage
zusammenzählt, kommt man auf genauso viele wie in unserem Kalender: Auch so etwas wie Schaltjahre gibt es,
auch wenn sie in Arda und von den Hobbits nicht so genannt werden. Alle
vier Jahre gibt es statt drei Lithetagen vier, der vierte heißt Überlithe
und gehört ebenfalls keinem Monat an. Nur nicht im letzten Jahr des
Jahrhunderts, da entfällt der Überlithe, viertes Jahr hin oder her.
Damit ist, was die Zahl der Tage betrifft, der Auenlandkalender unserem
sehr ähnlich. Wollte man weitergehen, könnte man daraus schließen, dass
Arda sich ebenfalls in ziemlich genau 365 Tagen einmal um Anar, die Sonne,
dreht. Das Silmarillion stellt die Bewegung von Sonne und Mond allerdings
anders dar, die scheinbar so naheliegende Erklärung trifft also wohl eher
nicht zu. Die Namen:
Der Kalender ist in Tabellenform auch im HdR zu finden, zu Beginn des Anhangs D.
In keinem Monat fällt der Erste auf einen Freitag. Wenn die Hobbits also ausdrücken wollen, dass etwas wohl kaum passieren wird, so meinen sie, das geschähe wohl "am Freitag, dem ersten" oder "am Freitag, dem ersten Sommerfilth".
Die Jahreszeiten werden allgemein wie folgt genannt:
The Peoples of Middle-Earth, S135
Die Zeitrechnung wurde nach dem Sturz
Saurons umgestellt, das Jahr beginnt seither am Tag des Sturzes von Sauron,
ehemals also dem 25. März. Die Monatsnamen wurden beibehalten, doch das
Jahr beginnt nun eben mit dem April und jeweils fünf Tage früher als
vorher (der 1. April ist also fortan der ehemalige 26. März, da der 25.
der erste Tag des Jahres war). Zu Ehren der Halblinge machen die Menschen
Gondors den Sonntag (der 25. März alter Zeitrechnung war ein solcher) zum
zukünftigen ersten Wochentag, und auch die Shire-Reform, einen Tag in der
Mitte des Jahres keinem Wochentag zuzuordnen, wird übernommen.
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