
Das Volk der Adler
(Autor:
Gwaihir; zur Diskussion im
Forum)
Namen und Bedeutungen
Das Schicksal der Adler
In diesem Abschnitt möchte
ich zuerst auf die Rolle der Adler ganz allgemein eingehen, weiter unten
werden die wichtigsten Taten der großen Adler ausführlicher erläutert.
Die edelsten der geflügelten Tiere auf Arda waren die Adler, die von den
Valar Manwë und Yavanna, dem Herrn der Lüfte und der Königin der Erde,
erschaffen wurden. Die ersten der Adler waren mächtige Maiar, und sie
wurden noch vor der Erschaffung der Kinder Ilúvatars in ihrer Vogelgestalt
nach Arda entsandt. Die Adler werden auch als die Herren der Kelvar
(vergleichbar mit unserer Fauna bzw. Tierwelt) bezeichnet.
"Da war Yavanna froh und sie stand auf
und streckte die Arme gen Himmel und sagte: 'Hoch mögen Kementaris Bäume
wachsen, damit die Adler des Königs darin horsten!'
Doch Manwë stand gleichfalls auf, und es schien, dass er zu solcher Höhe
aufragte, dass seine Stimme wie von den Pfaden der Winde her zu Yavanna
herunterdrang.
'Nein', sagte er, 'nur Aulës Bäume werden hoch genug sein. In den Bergen
werden die Adler horsten und die Stimmen derer hören, die uns rufen.'"
(Silmarillion, "Von Aulë und Yavanna")
Die Adler
horsteten stets in den Gipfeln hoher Berge oder Gebirgsketten; so waren
sie sicher vor etwaigen Angriffen von Bodenseite, da diese hohen Gipfel zu
Fuß niemand erreichen konnte.
Als Boten und Diener Manwës flogen sie als sein "Auge" über Arda hinweg
und kämpften in seinem Auftrag gegen seine Feinde. Als Späher und
Beobachter konnten sie aus einer unglaublichen Entfernung Dinge sehen und
aufspüren - Die uns bekannten "gewöhnlichen" Adler sind schon bekannt für
ihren scharfen und weitsichtigen Blick, auch aus vielen Kilometern
Entfernung. Nun stelle man sich einen Adler in der Größe von ca. 30 Faden
(= 54,90m) Spannweite vor. Es kann sich jeder selbst ausmalen, welche
Macht und Stärke ein solcher Riese der Lüfte hatte; allein der bloße
Anblick schlug viele seiner Gegner in die Flucht. Jeder der Adler konnte
ohne Mühe zwei ausgewachsene Elbenkrieger in voller Rüstung über weite
Strecken durch die Luft tragen.
Tolkien benutzte im Silmarillion die Sehschärfe der Adler sogar als
Metapher zur Beschreibung der hochwertigen Qualität von
Fëanors künstlich
geschaffenen Edelsteinen:
"Die ersten Gemmen, die Fëanor schuf, waren weiß und farblos, unter dem
Sternenlicht aber lohten weiße und blaue Feuer darin auf, heller als
Helluin (heller, eisblau leuchtender Stern, vergleichbar mit dem Stern
Sirius); und noch andere Kristalle schuf er, in denen weit entfernte Dinge
zu erblicken waren, klein, aber deutlich, wie mit den Augen von Manwës
Adlern gesehen..."
(Silmarillion, "Von Fëanor und der Loskettung Melkors")
Die
Riesenadler des Ersten Zeitalters der Sonne standen seit jeher auf der
Seite der Elben und den mit ihnen verbündeten Menschen; durch ihre großen
Taten erlangten die Adler im Juwelenkrieg unvergesslichen Ruhm. Sie wurden
damals angeführt von Thorondor, dem größten und mächtigsten aller Adler.
Eine Schar von Ihnen lebte in Beleriand. Sie horsteten anfangs in den
Eisenbergen östlich des Grünwaldes in der Nähe der Thangorodrim, um
Morgoth zu beobachten. Später lebten sie in den Gipfeln der Crissaegrim,
den Bergen südlich von Gondolin. Deshalb wurden sie auch als "die Adler
der Umzingelnden Berge" bezeichnet. Sie bewachten dort die geheimen
Zugänge und das Gebiet rund um Gondolin.
Morgoth missbrauchte Adler als Versuchskaninchen. Er tötete sie, um
Experimente mit ihren Flügel durchzuführen, weil er das Geheimnis ihres
Flugzaubers lüften wollte. Morgoth wollte dieses Geheimnis für seine
eigenen Kreaturen zu Nutze machen, indem er seine mächtigen Drachen, die
er heimlich in den Tiefen seiner Festung Angband züchtete, die
Flugfähigkeit verleihen wollte. Wie sich später herausstellte ist es ihm
sogar gelungen, ein Heer von mächtigen, geflügelten Drachen zu erschaffen
und sie gegen seine Feinde auszusenden.
Im Zweiten Zeitalter tauchen die Adler nur an wenigen Stellen auf; sie
übernahmen hauptsächlich Aufgaben als Wachen und Boten Manwës, weswegen
sie von den Menschen bei ihrem Anblick auch ehrfürchtig "Zeugen Manwës"
oder "Adler der Herren des Westens" genannt wurden. Als Númenor vor seinem
Untergang stand, kamen die Adler aus dem Westen um die Menschen zu warnen.
Von Thorondors Volk stammten die Adler von Númenor ab, die auf dem
gebirgigen Nordland horsteten, und die Adler aus dem Nebelgebirge, das
Volk von Gwaihir, Herr der Winde und Fürst der Adler. Er und sein Volk
lebten im Dritten Zeitalter. Die Adler aus Gwaihirs Volk waren wesentlich
kleiner als die Riesenadler im Ersten Zeitalter. Die Adler der
Nebelgebirge sprachen fließend Westron und Sindarin. Sie redeten
allerdings selten, und nur, wenn es sich nicht vermeiden ließ. Die Adler
nahmen gerne Geschenke als Dank für ihre Dienste an.
Beobachtet man die Entwicklung der Adler im Laufe der Zeitalter wird man
erkennen, dass ihre Größe, Stärke und Macht von Generation zu Generation
abnimmt. Thorondor z.B. war start genug, zwei ausgewachsene Krieger in
voller Rüstung über weite Strecken zu tragen, die Generation Gwaihirs
konnte vergleichsweise "nur" einen ausgewachsenen Menschen/Elben oder zwei
Hobbits transportieren.
Ob diese Entwicklung auch über weitere Generationen anhält ist ungewiss,
es bleibt aber anzunehmen, dass sich das Volk der Riesenadler in die
Richtung bzw. Größe der uns heute bekannten Adler entwickelt hat, und
somit das Volk der Riesenadler ausstirbt, sofern es überhaupt weitere
Nachfahren aus Gwaihirs Familie gibt.
Tolkien nutze die Rolle der Adler in seinen Werken gerne als "Retter in
letzter Sekunde", und beschrieb sie selbst als "ein gefährliches Stück
Maschinerie"; und oft halfen sie den Helden aus ihrer lebensbedrohlichen
Not und brachten sie in Sicherheit. Wenn man die Beschreibung der Völker
der berühmtesten Adler, Thorondor und Gwaihir liest (s. u.), hat man den
Eindruck, dass die Adler von Tolkien oft als "ultima ratio" oder als
letzte Rettung in der Not angesehen werden, wenn der Autor an manchen
Stellen keinen anderen Ausweg für deine Helden mehr wusste - diese
Behauptung ist natürlich nur eine Spekulation meinerseits und beruht nicht
auf Tatsachen.
Thorondors Volk
andere Namen:
- Sorontar (Quenya)
- König der Adler
- König der "Adler der Umzingelnden Berge"
- Herr der Adler der Crissaegrim
- Hoher Adler
Seine Zeit
auf Arda:
Der bekannteste und mächtigste aller Adler war Thorondor, der König der
Adler. Er war ein von Manwë und Yavanna nach ME entsandter Maia, der
Morgoths Treiben auf Arda beobachten soll. Er und sein Volk beherrschten
die Elbensprachen Sindarin und Quenya und waren treue Freunde und
Beschützer der Noldor und Edain.
An einigen Stellen im Silmarillion kommt Thorondor als Retter in der Not
zu Hilfe oder beteiligt sich und sein Volk entscheidend an den Großen
Schlachten.
Als der Noldor-Fürst Maedhros vom Morgoth als Geisel an einem
Felsvorsprung des Thangorodrim angekettet wurde, und er den zu Hilfe
kommenden Fingon (Fingolfins Sohn und Vater von Gil-Galad) bat, ihn mit
einem Gnadenschuss durch einen Pfeil zu erlösen und in Mandos' Hallen zu
schicken, kam Thorondor zu Hilfe und trug Fingon hinauf zu dem Vorsprung,
an den Maedhros festgekettet war. Fingon schnitt Maedhros' Hand über dem
Gelenk ab und konnte ihn so von den Höllenfesseln
Morgoths befreien.
Thorondor brachte die beiden Elben in Sicherheit, zurück nach Mithrim.
Beim Kampf Fingolfins gegen Morgoth in der Dagor Bragolach (Die Vierte der
großen Schlachten in den Kriegen von Beleriand, dauerte vom Winter 455 EZ
bis zum Anbruch des Frühlings) kam Thorondors Hilfe leider zu spät.
Morgoth erschlug den bis zuletzt erbittert kämpfenden Fingolfin mit seinem
Unterwelthammer Grond, zerbrach seinen Leichnam und wollte ihn den Wölfen
zum Fraß vorwerfen, um ihm noch den letzten Funken Ehre zu nehmen, damit
keiner von seinen Heldentaten erfahren möge. Doch bevor dies geschehen
konnte, eilte Thorondor aus dem Gebirge kommend herbei und zerfetzte
Morgoth das Gesicht und konnte so Fingolfins Leichnam retten. Er trug ihn
auf einen Berggipfel in der Nähe von Gondolin und überbrachte Fingolfins
Sohn, Turgon, die schreckliche Nachricht.
Turgon erbaute an dieser Stelle
über dem Leichnam seines Vaters eine Pyramide; bis zum Fall Gondolins kam
kein Ork oder schlimmere Wesen in die Nähe dieser Stätte oder
überschritten Fingolfins Berg.
"Und Morgoth nahm den Leichnam des Elbenkönigs und zerbrach ihn und wollte
ihn seinen Wölfen zum Fraß vorwerfen; doch Thorondor kam aus seinem Horst
in den Gipfeln der Crissaegrim herbeigeeilt und stieß auf Morgoth nieder
und zerfetzte ihm das Gesicht. Thorondors Flügelschlag klang wie das
Rauschen von Manwës Winden, und er packte den Leichnam mit seinen
mächtigen Fängen, und steil vor den Orkpfeilen auffliegend, trug er den
König davon."
(Silmarillion, "Vom Verderben Beleriands und von Fingolfins Ende")
Beim Versuch,
die Silmaril der Gewalt Morgoths zu entreißen, stoßen
Beren und
Lúthien
auf Carcharoth, den tollwütigen Wolf und Wächter von Angband, von
Morgoth
selbst gezüchtet. Auf der Flucht, aus Angband zu entkommen, biss Carcharoth Berens rechte Hand ab, in der er den "erbeuteten" Silmaril
hielt, den er aus Morgoths. Der Stein schien den wütenden Wolf schier zu
verbrennen, und sein Heulen weckte die Kreaturen Angbands aus ihrer Ruhe.
Beren war durch das Gift des Bisses dem Tode nahe, und
Lúthien konnte mit
ihren letzten Kräften die Wunde stillen und ihren Geliebten vor dem
sofortigen Tod bewahren. Doch in diesem Moment, als
Morgoths Diener die
Eindringlinge verfolgten, kamen drei große Adler zu Hilfe, die dank der
Warnung Huans das Handeln Berens beobachteten, um ihm im Notfall zu Hilfe
zu kommen.
Thorondor und zwei seiner Begleiter brachten
Beren und
Lúthien an die
Grenzen von Doriath. Huan kam Lúthien zu Hilfe, und gemeinsam pflegten sie
Beren wieder gesund.
"Thorondor aber nahm den Weg weit über der Erde, auf den hohen Straßen
des Himmels, wo die Sonne tagelang unverdeckt scheint und der Mond
zwischen unumwölkten Sternen dahin zieht."
(Silmarillion, "Von Beren und Lúthien")
In der nun
folgenden Zeit war die Hauptaufgabe von Thorondor und seinem Volk, die
Eingänge und die Gegend von Gondolin zu bewachen, denn es durfte kein
Späher Morgoths erfahren, wo sich die Stadt befindet. Immer wieder
kreisten sie die über die Berge und berichteten
Turgon von den Spähern und
warnten ihn. Hätte Turgon einst auf den weisen Rat Thorondors gehört, wäre
Gondolin erst später oder gar nicht gefallen. Denn
Morgoth hatte
Húrin -
nach langer seelischer Folter - aus Angband gehen lassen.
Húrin versuchte
in seiner Verzweiflung, Gondolin zu betreten und wartete, bis die Adler
ihn entdecken und ihn zu Turgon bringen:
"und geradewegs brachte Thorondor selbst die Meldung, da sie von Gewicht
schien, zu Turgon. Turgin aber sagte: schläft denn Morgoth? Ihr habt euch
geirrt.'
'Nicht so', sagte Thorondor, 'könnten Manwës Adler so irren, Herr, längst
wäre dein Versteck dann vergebens.'
'Dann bedeuten deine Worte Unheil', sagte Turgon, 'denn nur eines kann ihr
Sinn sein: Selbst Húrin Thalion hat sich Morgoths Willen ergeben. Mein
Herz ist verschlossen.'"
(Silmarillion, "Vom Untergang Doriaths")
Erst später
begriff Turgon die eigentliche Wichtigkeit dieser Meldung und ließ die
Adler nach Húrin suchen, um ihn nach Gondolin zu bringen. Doch
währenddessen rief Húrin in seiner Verzweiflung nach
Turgon, und Späher
Morgoths hörten seine Rufe und wussten nun die ungefähre Lage Gondolins,
was der Stadt später zum Verhängnis wurde.
Bei der Schlacht um Gondolin führte Tuor und seine Frau Idril eine kleine
Schar von Überlebenden über einen geheimen Weg nach Norden in die
Adlerspalte (Cirith Thoronath), wo sie von einem Trupp Orks überfallen
werden, angeführt von einem Balrog. Glorfindel aus Gondolin kämpfte gegen
den Balrog und im Zweikampf auf einer Felspitze fielen beide in den
Abgrund und stürzten sich zu Tode.
"Die Adler aber kamen auf die Orks hernieder gestoßen, die heulend flohen;
und alle Orks wurden getötet oder in die Tiefe gestoßen, so dass die
Nachricht von der Flucht aus Gondolin erst sehr viel später an Morgoths
Ohr drang. Und Thorondor holte Glorfindels Leichnam aus den Abgrund
herauf, [...]"
(Silmarillion, "Von Tuor und dem Fall Gondolins")
So gelangten
die letzten Überlebenden nach Ihrer Reise schließlich zu den Sirion-Häfen
im Süden Beleriands.
Die letzte große Tat, über die Tolkien vom König der Adler berichtet, war
im Krieg des Zorns. Als Morgoths Truppen vernichtet zu sein schienen,
entsandte er seine letzten, aber mächtigsten Diener gegen das Heer der
Valar, nämlich seine geflügelten Drachen, allen voran Ancalagon der
Schwarze. Als das Heer zurückgedrängt wurde, zog
Earendil mit seinem
Schiff Vingilot herauf, umgeben von den Riesenadlern, angeführt von
Thorondor.
"Doch Earendil zog herauf, leuchtend mit
weißer Flamme, und um Vingilot hatten sich all die großen Vögel des
Himmels geschart, Thorondor an der Spitze, und es gab eine Schlacht in den
Lüften, den ganzen Tag lang und eine dunkle Nacht voller Ungewissheit."
(Silmarillion,
"Von Earendils Fahrt und dem Krieg des Zorns")
Nachdem
Earendil Ancalagon besiegt hatte, stürzte er in die Tiefe und
zerschmetterte die Türme der Thangorodrim,
Morgoths Festung, und alle
Höhlen und unterirdischen Gänge wurden unter dem Schutt zerstört und
begraben.
Seit dem Fall Morgoths wurde auch vom Volk Thorondors nichts mehr
berichtet. Man nimmt an, dass er gegen Ende des EZ zusammen mit dem Valar
in die Unsterblichen Lande flog, da er nach der großen Schlacht von
Tolkien nicht mehr erwähnt wurde...
Das Volk
Gwaihirs
andere Namen:
- Windherr (Sindarin)
- Windfürst
- Herr der Winde
- Fürst der Adler
- König der Vögel
Gwaihir, der
Fürst der Adler, wie er genannt wurde, lebte im Dritten Zeitalter mit
seinem Volk in den Berggipfeln des Nebelgebirges, darunter auch sein
Bruder Landroval, der Gwaihir an Größe und Stärke als einziger noch
übertraf.
Im Hobbit wird erzählt, dass Gandalf der Graue eine enge Freundschaft mit
dem Adlerfürsten pflegt, weil er dem Adler einst eine Pfeilwunde heilte
(der vermutlich von einem Menschen auf ihn abgeschossen wurde).
"Der Zauberer und der Adlerfürst kannten
einander. Offenbar standen sie auf freundschaftlichem Fuß. Tatsächlich
hatte Gandalf, der oft im Gebirge gewesen war, den Adlern einst einen
Dienst erwiesen und ihren Fürsten von einer Pfeilwunde geheilt."
(Der Kleine Hobbit, "Rätsel in der Finsternis")
Die Adler der
Nebelgebirge waren verhasst bei den Menschen, weil nicht selten ihre
Schafe eine gerngesehene Beute der Adler waren und sie mit Pfeil und Bogen
versuchten zu vertreiben. Vor den Großen Eibenbogen hatten selbst die
geflügelten Riesen Respekt.
Die Erste
Erwähnung der Adler im Dritten Zeitalter war im Jahre 2941 (Der Kleine
Hobbit); die Gemeinschaft der dreizehn Zwerge,
Gandalf und
Bilbo Beutlin
wurde auf Ihrem Weg zum Berg Erebor auf einer Waldlichtung von einem
großen Rudel Warge (es ist von mehreren hundert die Rede, die diese
Lichtung als Versammlungsplatz nutzten) angegriffen.
Gandalf befahl der
Gemeinschaft, rasch die Bäume hochzuklettern.
Der Fürst der Adler hörte das GejAulë der Wölfe und umkreiste mit zwei
seiner Begleiter das Gebiet um die Lichtung. An dieser Stelle folgt im
Buch eine sehr eindrucksvolle Beschreibung der Adler:
"...Aber Adler haben schafe Augen und können winzige Dinge auf große
Entfernung erkennen. Der Fprst der Adler aus den Nebelbergen hatte Augen,
mit denen er, ohne zu zwinkern, in die Sonne blicken und mit denen er ein
Kaninchen, das sich eine Meile tief unten auf der Erde bewegte, selbst im
Mondlicht ausmachen konnte."
(Der Kleine Hobbit, "Raus aus der Bratpfanne, rein
ins Feuer")
Die Adler
befreiten die Gruppe aus ihrer misslichen Lage, und brachte die fünfzehn
Gefährten in Sicherheit. Sie transportierten sie nämlich auf die
Plattformen ihrer Nistplätze; dort plante
Gandalf mit Gwaihir die weitere
Reise, und am nächsten Morgen brachen sie in Richtung des Eichenwaldes
auf, wo Gandalf bereits ein Treffen mit Beorn, dem Bärenmenschen, geplant
hatte.
Das nächste Aufeinandertreffen der Adler mit
Bilbo und den Zwergen war in
der Schlacht der fünf Heere; Gwaihirs Volk hatte das Zusammenrotten der
Orks schon eine ganze Weile beobachtet und Verdacht geschöpft; somit waren
sie wachsam, und als sich die Orks zum Heereszug versammelten, kamen die
Adler der Nebelgebirge in einer gewaltigen Schar vom Himmel herab und
fegten die Orks in die Abgründe oder trieben sie in die Arme ihrer Feinde.
So waren die Adler und natürlich Beorn mit für den Sieg über die Orks
verantwortlich.
Nach der Schlacht überreichte Der Zwerg Dain Gwaihir eine goldene Krone
und Halsketten für seine Häuptlinge als Dank für ihre Hilfe. Im Namen der
Zwerge schwor Dain den Adlern ewige Freundschaft.
Auch in "Der Herr der Ringe" spielen Gwaihir und seine Adler eine wichtige
Rolle. An mehreren Stellen werden sie erwähnt als Botenbringer im Auftrag
Gandalfs, die die Schachzüge der Feinde beobachten und berichten.
Als Gandalf auf der obersten Plattform der Orthanc vom pervertierten
Saruman festgehalten wird, kommt ihm Gwaihir zu Hilfe und trägt ihn auf
seinem Schwingen weg von Isengard, in die Riddermark von Rohan.
Ein weiteres Mal rettete er Gandalf vom Gipfel des Zirakzigil.
Gandalf,
der gegen den Balrog von Moria kämpfte und mit ihm starb, wurde erneut
nach Mittelerde entsandt, bis seine Aufgabe,
Sauron zu zerstören, erfüllt
ist. Er kam zurück als Gandalf, der Weiße.
Gwaihir fand ihn nach seiner Rückkehr nackt und benommen auf dem Gipfel
liegend, und er brache ihn auf Geheiß von
Galadriel nach Lothlórien, um
ihn dort zu pflegen.
"'Immer ist es mein Schicksal, deine Last zu sein, Freund in Not', sagte
Gandalf.
'Eine Last bist du gewesen', antwortete Gwaihir, 'aber jetzt nicht.
Leicht wie eine Schwanenfeder bist du nun in meinen Klauen. Die Sonne
scheint durch dich hindurch. Ich glaube wirklich nicht, dass du mich
noch brauchst: ließe ich dich fallen, würdest du im Wind dahin treiben.'
'Lass mich nicht fallen! Trage mich nach Lothlórien!'
'Das ist auch er Befehl der Frau Galadriel, die mich ausgesandt hat,
nach dir zu suchen', antwortete er."
(Der
Herr der Ringe, 3. Buch, Kapitel V: "Der Weiße Reiter")
In der letzten
Schlacht des Ringkrieges am Morannon, dem Schwarzen Tor von Mordor,
führten Gwaihir und sein Bruder Landroval die versammelte Schar der Adler
des Nordens an gegen die geflügelten Nazgûl. Diese jedoch wendeten in
ihrem Flug und eilten Richtung Barad-dûr, denn sie hörten den
Schreckensruf Saurons, nachdem der Ringträger seine Aufgabe erfüllt und
den Ring (mit Gollums Hilfe) zerstört hat.
Die letzte Tat der Adler im DZ war die Rettung des Ringträgers und seines
treuen Begleiters Sam vom den brennenden Hängen des Orodruin auf Geheiß
von Gandalf.
"Und so sah Gwaihir sie mit seinen scharfen, weit sehenden Augen, als er
mit dem wilden Wind heranbrauste, der großen Gefahr des Himmels
trotzend, in der Luft kreiste"
[...]
"Seite an Seite lagen sie; und herab stürzte sich Gwaihir, und herab
kamen Landroval und Meneldor der Schnelle; und in einem Traum, nicht
ahnend, welches Schicksal ihnen widerfuhr, wurden die Wanderer
emporgehoben und davongetragen aus der Dunkelheit und dem Feuer."
(Der
Herr der Ringe, 6. Buch, Kapitel IV: "Das Feld von Cormallen")
Da die Adler
um Gwaihir nach dem Ringkrieg in Tolkiens Aufzeichnungen nicht mehr
erwähnt werden kann man vermuten, dass sie gegen Ende des Dritten
Zeitalters mit den letzten Elben nach Aman gezogen sind und somit die
letzte Generation der großen Adler Mittelerde für immer verlassen hat.
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