|
Tom Bombadil
Als der Alte Weidenmann
seine Rinde um Merry und Pippin schloß, kam den Hobbits ein sonderbarer
Waldbewohner namens Tom Bombadil zu Hilfe. Etwas größer als die Hobbits,
rotbäckig, eine blaue Feder am Hut, in blauer Jacke und mit gelben
Stiefeln stapfte er singend durch den Alten Wald wie eine lebendig
gewordene Spielzeugpuppe. Der Weidenmann, den er väterlich anschnauzte,
ließ gleich seine Beute fahren; und auf ähnliche Weise wurde Tom zwei Tage
später auch mit dem Grabunhold fertig. Die Hobbits blieben einen Tag in
seinem Haus auf einer Anhöhe am Ufer der Weidenwinde. Sie wurden
vorzüglich bewirtet und sprachen kräftig einem Getränk zu, das wie Wasser
schmeckte, aber zu Kopf stieg und das Singen natürlicher erscheinen ließ
als das Reden. Er erzählte Geschichten aus vielen vergangenen Zeitaltern,
Geschichten, die er nicht aus Büchern kannte. Selbst die Weisen wussten
nicht genau, wer oder was er war. Wenn man danach fragte, bekam man nur
rätselhafte Antworten. Seine Gattin Goldbeere, die Tochter der Flußfrau
von der Weidenwinde, sagte, er sei "der Meister
von Wald, Wasser und Berg". Das hieß aber nicht, dass ihm
irgend etwas gehörte: Alles, was lebt, gehört nur sich selbst.
Gandalf und
die Elben in Bruchtal kannten ihn: Iarwain Ben-adar hieß er bei
ihnen, der Älteste und Vaterlose. |
|
|