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Kankra Kankra ist der Name der Riesenspinne in der deutschen Übersetzung. In der Originalversion heißt sie Shelob. Tolkien meinte zu diesem Namen in einem Brief an seinen Sohn Christopher:
Shelob ist wie der Balrog, dem wir im HdR in Moria begegnen, eine Überlebende aus dem Silmarillion und den Sagen des Ersten Zeitalters. Sie ist eine Nachkommin der Riesenspinnen aus den Schluchten von Nandugorthin aus den Sagen des Ersten Zeitalters. Diese Riesenspinnen, deren Nachkomme Kankra ist, waren ihrerseits Nachkommen von Ungolianth, die das Licht der Zwei Bäume verschlang und eine Zeitlang mit dem Dunklen Herrscher verbündet war, sich aber am Ende mit ihm entzweite. Kankra ist vermutlich fast so alt wie Galadriel, und Galadriel gehört zu den ältesten Elbinnen überhaupt. Kankra lebte also schon lange vor dem Ringkrieg, vermutlich lebt sie schon seit dem Ersten Zeitalter. Zwischen ihr und Sauron gibt es entgegen manchmal geäußerten Vermutungen KEIN Bündnis, die beiden teilen nur ihren Hass, den Hass gegen die Elben, den Hass gegen die Welt des Lichts und alles Schöne und Reine. Kankra dient niemandem als sich selbst, lebt von Elben-, Menschen- und wohl auch Orkblut, tötet nach Spinnenart auch alle ihre "Männer". Ihre "Kinder" verbreiten sich überall,
Kankra kann - wie fast jede Spinne - ihre Höhlenausgänge mit Gespinsten verschließen. Ihre Netze sind aus so besonders zähem Material, dass eine normale Klinge sie nicht durchtrennen kann. Nur eine Elbenklinge wie Stich durchtrennt sie mühelos. Kankra lebt seit langer
Zeit in den Höhlen und Gängen der Cirith Ungol, der "Spinnenspalte", dem
Pass über den Ephel Dúath, jenem Gebirge, das Gondor und Mordor trennt.
Wie sie dorthin gekommen ist, wird nirgends berichtet. In diesem Pass also
liegt ihr Nest, das "Torech Ungol". Dorthin lockt
Sméagol
Frodo und
Sam, in der Hoffnung, so an den Ring zu kommen. Sein Vorhaben bestätigt,
was ich schon angesprochen habe, dass Kankra nicht im Bunde ist mit
Sauron. Gollum geht davon aus, dass er, wenn die Spinne die Hobbits
gelähmt bzw. getötet hat, an den Ring kommen kann. Er scheint zu wissen,
dass Kankra daran kein Interesse hat. Offensichtlich steht er in halbwegs
gutem Einvernehmen mit der Spinne, der er wohl bei seiner "Flucht" aus
Mordor zum ersten Mal begegnet ist. Die Hobbits sind vielleicht nicht das
erste Opfer, das er ihr zuspielt.
Frodos Ausruf "Aiya
Earendil Elenion Ancalima" erschreckt Kankra nicht, sie hat Elben diesen
Ruf vor langen Zeiten auch schon ausstoßen hören, aber das Licht
Earendils, gefangen in der Phiole
Galadriels, empfindet sie als tödliche
Helligkeit. Sie mag die Helligkeit überhaupt nicht, auch Sonne, Mond und
Sterne nicht, vor denen sie in ihrer Lauer sicher ist. Aber nun leuchtet
das Licht Earendils, Elenion Ancalima (Quenya = des hellsten der Sterne),
mitten in ihrer Höhle, und ihre Augen versagen, sie erblindet. Aber sie
ist noch nicht besiegt. Frodo wird auch auf der Flucht zum Ausgang das
Gefühl nicht los, dass die Augen ihn ansehen, dass Kankras Gedanken auf
ihn gerichtet sind. Kankra erwischt den fliehenden Frodo von hinten und
bohrt ihm ihren Stachel ins Fleisch, injiziert ihr Gift, das
Frodo wie tot
erscheinen lässt. Kankras Wunde wird Frodo später ähnlich zusetzen wie die
Wunde der Morgulklinge von der Wetterspitze und mit einer der Anlässe
sein, die ihn nach Westen aufbrechen lassen, aller Liebe zum Auenland zum
Trotz.
Ob und wie lange sie in ihrer Höhle bleibt, ob ihre Augen wieder heilen werden und sie wieder ihre Fallstricke spinnen wird, ist nirgendwo berichtet. Sicher scheint nur, dass Kankra diesen berserkerähnlichen Angriff des weit über seine Kräfte hinauswachsenden Sam überlebt haben dürfte. Quellen: J. R. R. Tolkien, Letters und J. R. R. Tolkien, The Lord of the Rings Nun, eigentlich hab ich nichts gegen Spinnen, aber wenn dieses Biest mir in die Finger geraten wäre, nachdem es meinen Frodo verwundet hat, würde es sie heut mit Sicherheit nicht mehr geben (oder mich) :-) |
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