
Bücher von J.R.R. Tolkien
Tolkien hat in seinem Leben neben den mittelerdebezogenen noch eine ganze
Reihe anderer Bücher geschrieben, viele Werke wurden sogar erst nach
seinem Tode von seinem Sohn Christopher Tolkien überarbeitet,
zusammengefasst und veröffentlicht.
Ich will in Folgenden eine tabellarische Übersicht der bekanntesten,
bisher erschienenen Werke geben, chronologisch geordnet nach dem
Erscheinungsjahr der englischen Fassung. Diese Liste ist nicht
vollständig, Tolkien war an sehr vielen Projekten beteiligt. Seine
Gedichte, Reportagen und Essays wurden auch in diversen anderen Büchern,
Zeitungen, ... veröffentlicht. Es gab im Laufe der Jahre viele
Neuauflagen, Sondereditionen und Sammelbände. Diese werden in der
folgenden Liste nicht explizit aufgeführt.
|
1922: |
|
A Middle English
Vocabulary |
|
|
|
1925: |
 |
Sir Gawain and the Green
Knight
Das berühmteste Werk über Ritter Gawain in englischer Sprache ist "Sir
Gawain and the Green Knight", ein Versroman aus dem 14. Jahrhundert. Die von
Gordon und Tolkien überarbeitete mittelenglische Fassung wurde zur
Standardversion und wird auch heute noch an den meisten Universitäten
benutzt. |
|
|
|
1937: |
 |
Beowulf: The Monsters and the Critics
mit einem Essay von J.R.R. Tolkien
Vor der Britischen Akademie hielt Tolkien am 25. November 1936 seinen
Vortrag "Beowulf: the Monsters and the Critics". Der Vorlesung soll an
dieser Stelle etwas mehr Beachtung geschenkt werden, denn sie gilt noch
heute als eine der bedeutendsten Vorträge über angelsächsische Literatur,
die im 20. Jahrhundert gehalten wurden. Er legte damit die Grundlage für
eine moderne Betrachtung des Werkes. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Gedicht
über das Leben und Sterben des Helden Beowulf von Historikern und
Sprachwissenschaftlern lediglich als Quelle benutzt und interpretiert
worden.
Tolkien postuliert in seiner Vorlesung, dass Beowulf eine Dichtung und nicht
eine ungeordnete Ansammlung literarischer Traditionen sei. In witziger bis
respektloser und teilweise poetischer Sprache kritisiert er alle Kritiker
des Beowulf, die sich in den Stricken der Wissenschaftlichkeit so verfangen
hätten, dass sie das eigentliche Werk vollkommen aus den Augen verloren
hätten. Er formuliert dies in seinem Vortrag folgendermaßen: "Es ist das
Wesen dieser Schnattergänse der historischen Altertumsforschung, dass sie im
finstern Wald der Ausdeutungen und Mutmaßungen tschilpen und von einem
Tamtam-Baum zum anderen fliegen. Ehrenwerte Tiere sind es, und ab und zu ist
es gut, ihr Geschnatter zu vernehmen; doch obwohl ihre leuchtenden Augen
manchmal zu wahren Scheinwerfern werden, ist ihre Reichweite doch gering." |
|
|
|
|
 |
Der Kleine Hobbit oder Hin und wieder
zurück
(The Hobbit or There and Back again)
Hobbits sind zwischen zwei und vier Fuß groß, also etwas kleiner noch als
Zwerge, haben behaarte Füße, können rasch und geräuschlos verschwinden und:
sie hassen Abenteuer.
Bilbo Beutlin aus dem Auenland lebte friedlich und gemütlich in seiner
Höhle, bis zu dem Tag, an dem er durch den Zauberer Gandalf und dreizehn
Zwerge unter der Führung von Thorin Eichenschild in seiner Ruhe gestört
wird. Gandalf und die Zwerge überreden Bilbo, aufzubrechen und eine lange
verlorene Zwergenstadt samt eines riesigen Schatzes aus den Klauen des
Drachen Smaug zu befreien...
zur
ausführlichen Inhaltsangabe |
|
|
|
1945: |
 |
Leaf by Niggle
"Leaf by Niggle" ist eine Kurzgeschichte mit märchenhaften Zügen. Niggle,
ein erfolgloser Maler, wird von einem seiner Bilder derart in den Bann
gezogen, dass ihm alle seine anderen Bilder gleichgültig werden. Der Maler
hatte angefangen, ein Blatt zu malen, das im Winde wehte, und aus dem Blatt
wurde ein Baum und auch der Baum wuchs und wuchs und bekam unzählige Äste,
wuchs aus dem Bild förmlich hinaus... Und doch schien das Baumbild nie ganz
fertig zu werden.
"Leaf by Niggle" ist die Geschichte eines Menschen, der Angst davor hat,
sein Werk nicht vollenden zu können. Die Angst scheint begründet, denn er
wird krank und stirbt schließlich. Doch lebt er im Jenseits weiter und kann
dort sein Bild zu Ende bringen. |
|
|
|
1947: |
 |
On Fairy Stories
Am 8. März 1939 hielt Tolkien seinen berühmten Vortrag "On Fairy-Stories" an
der St.-Andrews-Universität in Schottland. In diesem Vortrag brachte er
seine wichtigsten Gedanken über phantastische Literatur und Mythologie zum
Ausdruck. These seiner Vorlesung - und die galt es zu beweisen - war, dass
nicht alle Fairy-Stories auf Kinder als Rezipienten zielten. Von besonderer
Bedeutung ist dabei der Begriff des Menschen als "sub-creator". Der Erzähler
als erfolgreicher "Nebenschöpfer" schafft eine Sekundärwelt. Diese
Sekundärwelt kann quasi betreten werden - in ihr ist alles wahr, solange man
sich in ihr befindet. Diese "secondary world" ist in sich konsistent und
scheint so natürlich, dass sie vom Leser fraglos akzeptiert wird. Tolkien
selbst erklärte: "Jeder Schriftsteller, der eine Sekundärwelt schafft,
wünscht in gewissem Maße, ein echter Schöpfer zu sein, oder hofft, aus dem
Wirklichen zu schöpfen (...)". Diese Vorlesung bildete so etwas wie den
theoretischen Überbau mit Anleitungscharakter für die Erschaffung und den
erfolgreichen Aufbau von Mythologien; sie bildete damit den theoretischen
Grundstein für den "Herrn der Ringe". |
|
|
|
1949: |
 |
Bauer Giles von Ham (Farmer Giles of
Ham)
Bauer Giles of Ham ist eine amüsante, kurzweilige Erzählung, die im "kleinen
Königreich", in Oxfordshire und Buckinghamshire spielt. Sie erzählt vom
Bauer Giles, der eher unfreiwillig in verschiedene Abenteuer verwickelt
wird, diese aber unbeschadet übersteht. Sie ist in einer Zeit angesiedelt,
in der es noch Riesen, Drachen und Ritter gibt. Giles besiegt den mächtigen
Drachen Chrysophylax und wird so letztendlich König im "Kleinen Königreich". |
|
|
|
1954: |
 |
Der Herr der Ringe (The Lord of the
Rings)
1954: Teil I: Die Gefährten und Teil II: Die Zwei Türme
1955: Teil III: Die Rückkehr des Königs
Im Dritten Zeitalter wird von der Entwicklung der Königreiche der Menschen
berichtet sowie vom Schicksal des "Einen Rings". Isildur hatte den Ring an
sich genommen und war seiner Macht und seinem Fluch erlegen. In einem Krieg
gegen die Orks ließen er und seine beiden Söhne ihr Leben, der Ring aber
ging in den Fluten des Anduin verloren. Mit Anbruch des 12. Jahrhunderts war
der Geist Saurons in Gestalt eines von Flammen umgebenen bösen Auges wieder
in Mittelerde eingekehrt. Die Festung Dol Guldur im Süden Düsterwalds war
seine Zuflucht und hier wuchsen die Mächte der Finsternis in Mittelerde
heran.
In den folgenden Jahren wurden die beiden Königreiche der Dúnedain Arnor und
Gondor immer wieder durch Naturkatastrophen, Bürgerkriege und die Pest
erschüttert. Das Königreich Arnor hörte auf zu bestehen. Im Jahr 2050
erschlug Saurons Diener, der Herr der Ringgeister (Hexenkönig von Angmar),
den letzten König von Gondor. Das Königreich war nun ohne rechtmäßigen
Thronerben, der König von Arnor ohne Königreich. Saurons dunkle Gefährten,
die Balrogs, die Drachen und die Orks gewannen in der Folge zunehmend an
Stärke. Im Laufe des nächsten Jahrtausends...
zur
ausführlichen Inhaltsangabe |
|
|
|
1962: |
 |
Die Abenteuer von Tom Bombadil
(The
Adventures of Tom Bombadil and other verses from the Red Book)
Dieses bezaubernde Werk stellt eine kleine Sammlung von Gedichten und
Liedern dar, die von Tolkien als neu entdeckte Notizen aus dem Roten Buch
präsentiert werden. Die Palette reicht von ausufernden Balladen von Tom
Bombadil bis hin zu frech-sinnlosen Kurzgedichten. Für alle Hobbit-Freunde
ist dieses Werk eine Pflichtlektüre. |
|
|
|
1964: |
 |
Baum und Blatt (Tree and Leaf)
Die Geschichte "Tüftlers Blatt" schrieb er, als er mit dem "Herrn der Ringe"
einfach nicht mehr weiterkam. Darin beschäftigt sich ein Maler liebevoll mit
der Gestaltung eines einzelnen Blattes, obwohl er doch einen ganzen Baum
malen will. Und auf diesem Baum nisten bald die wunderbarsten Vögel, die er
auch noch betreuen muss. Dabei wird er immer wieder von Nachbarn und anderen
alltäglichen Pflichten von seiner Beschäftigung abgehalten. Als Tolkien die
kleine Geschichte beendet hatte, hatte er seine Schreibblockade für eine
gewisse Zeit wieder überwunden. |
|
|
|
1967: |
 |
Der Schmied von Großholzingen
(Smith of Wootton Major)
Eine Geschichte mit märchenhaften Zügen: In einem Dorf, das in der Nähe
des Feen- und Märchenlandes liegt, wollen die Menschen nicht so recht an
Feen glauben. Sie meinen, man wachse aus dieser Welt irgendwie heraus. Eines
Tages jedoch erhält der Sohn des Schmieds vom König der Feen eine Einladung,
ins Märchenreich zu kommen, um dort eine Weile zu leben. Der Einladung
folgend, lebt er einige Zeit im Feenreich bis zu dem Tag, an dem er
aufgefordert wird, das Reich zu verlassen, da er zu alt geworden sei...
In einem Brief an seinen Freund Roger Lancelyn Green, der die Geschichte
rezensiert hatte, schrieb Tolkien: "Aber die kleine Geschichte war
(natürlich) nicht für Kinder gedacht. Ein Altmännerbuch, schon befrachtet
mit der Vorahnung von 'Trauer'." |
|
|
|
1967: |
|
The Road Goes Ever on: A Song Cycle
Das Buch enthält Gedicht von J.R.R. Tolkien.
Caedmon Records brachten gleichzeitig mit dem Liederbuch eine
Langspielplatte mit dem Titel "Poems and Songs of Middle Earth" heraus, mit
William Elvin als Sänger und dem Komponisten Donald Swann am Klavier.
Tolkien trägt auf dieser Platte einige seiner Gedichte selbst vor.
Enthaltene Gedichte:
- The Road Goes Ever On
- Upon the Hearth the Fire is Red
- In the Willow-meads of Tasarinan
- In Western Lands
- Namárië (Farewell)
- I Sit beside the Fire
- A Elbereth Gilthoniel
- Errantry
|
|
nach oben |